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In Hamburg sagt man Tschüss

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In Hamburg sagt man Tschüss

Haircom Hamburg

Weihnachten ist eine Zeit, in der wir zur Ruhe kommen, die wir im Kreis unserer Lieben verbringen. Eine Zeit, in der Menschlichkeit groß geschrieben wird. Weihnachten ist das Fest der Liebe. So die Idee. Doch längst wurde der Mythos der besinnlichen Weihnacht von der Realität eingeholt.

Vom vermeintlichen Untergang unseres Abendlandes

Während in unseren Köpfen das Bild eines Festes der Liebe wohnt, greift – abgesehen vom irrsinnigen Konsummarathon – vielmehr Neid und Hass um sich. Da ereiferte sich das vermeintliche „Volk“, weil eine Supermarktkette „Zipfelmänner“ aus Schokolade anbietet statt „Weihnachtsmänner“ oder Elmshorn seinen Weihnachtsmarkt „Lichtermarkt“ nennt (im Übrigen bereits seit 10 Jahren und im Hinblick auf die Tausenden Lichtpunkte, die in den Bäumen erstrahlen).

Ein Aufschrei ging durch das Netz und es wird zum Boykott aufgerufen. Man beruft sich auf die christliche Tradition und ihre Werte, auf deutschen Sprachgebrauch und fürchtet überfremdet zu werden. Was das selbsternannte „Volk“ dabei übersieht, ist dass das eigene Handeln keineswegs mit diesen christlichen Werten konform geht.

Glaube, Nächstenliebe, Hoffnung

Nun ist das Thema christliche Werte ein weites Feld und nicht jedermanns Sache. Wenn wir aber über Weihnachten diskutieren und über den vermeintlichen Verfall abendländischer Kultur, so kommen wir nicht drum herum, uns das genauer anzusehen. Als beständige Werte einer natürlicherweise auch im Wandel begriffenen christlichen Tradition dürften sicher Glaube, Nächstenliebe, Hoffnung und Barmherzigkeit gelten – zumindest in der Theorie. Sieht man sich die Kommentare im Netz an, ist es bei den lautstarken Verfechtern unserer abendländischen christlichen Kultur darum schlecht bestellt. Das sogenannte „Volk“ lebt diese Werte keineswegs, sondern sät Hass.

Warum wir Stellung beziehen

Was aber hat nun ein Friseur mit dieser Debatte zu tun? Weshalb schreibe ich einen Blogartikel zu diesem Thema? Natürlich könnten wir uns neutral verhalten, um nicht etwa den einen oder anderen Kunden zu verlieren. Wir könnten uns hinter unserer Rolle als Dienstleister verstecken. Das dürfen und tun wir aber nicht. Weil jeder von uns eine soziale Verantwortung hat.

In Zeiten von AfD und Co. ist es längst wieder hoffähig geworden, Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens, ihrer sexuellen Orientierung oder politischen Einstellung zu diskreditieren – und erwischt: Letzteres tu ich soeben auch. Aber es gibt einen Unterschied. Eine Partei, die auf Hetze setzt statt auf Inhalte, die schamlos Rechtspropaganda verbreitet, die darf nicht nur, die muss diskreditiert und entlarvt werden, wenn wir nicht wollen, dass uns die Geschichte schneller einholt als wir uns vorstellen können.

Und da ist jeder einzelne von uns gefragt. Darum beziehen wir Position, und zwar für Menschenliebe und gegen Hass. Das tun wir, weil in unserem Salon Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenarbeiten und aufeinandertreffen. Unsere Mitarbeiter und Kunden unterscheiden sich nicht in erster Linie aufgrund von Religion, Haut- oder Haarfarbe und Nationalität, sondern aufgrund unserer persönlichen Individualität. Jede Kollegin, jeder Kunde ist ein Mensch – nicht Deutscher, Italienerin, Iraker, Russin, Inder, Christ, Molem, Jude, Jedise usw. Das fängt schon bei kleinen Dingen an.

Was Weihnachten ausmacht

Kommen wir zurück zum Thema Weihnachten: Meine Kollegin war neulich schockiert, weil ich vor Totensonntag die Weihnachtsdekoration angebracht hatte. Für sie ist unvorstellbar, davor zu schmücken. Ich hingegen fand es schade, die Deko nur knapp vier Wochen zu haben, weil ich Sterne und Glitzer liebe und gern möglichst vielen Kunden vor Weihnachten diese herrliche Stimmung mitgeben wollte. Und darüber freuen sich manche und andere verdrehen die Augen, weil sie Weihnachten nicht mögen.

Katholisch erzogen, hat sich auch mein Glauben im Lauf der Jahre stark gewandelt – und hat heute im Grunde nichts mehr mit der Kirche an sich zu tun. Trotzdem liebe ich Weihnachten, weil ich gern Glühwein mit Freunden trinke und Plätzchen backe. Weil ich gern die Wohnung schmücke mit Tausenden von Lichtern und es schön finde, dass es ein paar Tage im Jahr gibt, an denen die Zeit wie angehalten erscheint – zumindest dann, wenn am 24. endlich die Läden schließen.

Wie dieses Fest genannt wird, ist mir egal. Weil mir nichts weggenommen wird, wenn die Schokofigur, die meine Kinder glücklich wegnaschen, „Zipfelmann“ heißt statt Weihnachtsmann. Und weil der Glühwein auf dem Lichtermarkt genauso für Kopfschmerzen sorgt wie jener auf dem Weihnachtsmarkt.

Es ist ein Fest, dass ich mit den Menschen verbringe, die ich liebe. In dieser Zeit lese ich meinen Kindern die Weihnachts- oder Martinsgeschichte vor. Und zwar nicht, weil ich ihnen unbedingt das Christentum näherbringen will, sondern weil es Geschichten über Menschlichkeit sind, anhand derer ich meinen Kindern Werte vermitteln kann: Glaube, Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit. Und allem voran, dass es wichtig ist, ja sogar unsere Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Sei es nun vor unserer Haustür oder auf dem Mittelmeer. Alles andere wäre unmenschlich.

All you need is love

Unser Team verbindet ein feines, kleines Firmenmotto: All you need is love. Gemeint ist die Liebe zum Leben, zu unseren Mitmenschen, Verständnis für die Andersartigkeit der Kollegen und Kunden. Das ist nicht immer leicht und erfordert eine große Portion Toleranz und Offenheit. Aber es lohnt sich und dieses Motto – all you need is love – kann der Boden sein, auf dem eine bunte, offene und wandlungsfähige Gesellschaft wächst.

Darum unterstützen wir die Initiative des Hamburger Vereins Laut gegen Nazis, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft und eine starke Öffentlichkeit gegen den stets wachsenden Rechtsextremismus zu erwirken.“ Wir unterstützen die Initiative, weil wir es wichtig finden, aufzustehen, sich grade zu machen und all diesem unsozialen und unmenschlichen Gebaren entgegenzutreten. In diesem Sinne wünschen wir euch frohe Weihnachten und verabschieden das Jahr 2018 mit einem lauten: „Moin Liebe – Tschüss Hass“!